Kaninchen-Geflügel-Terrine

Ach, wenn ich so zurückdenke, an letztes Jahr, Dezember 2013, vier Tage vor Weihnachten, da weiß ich noch, dass ich zu dem Zeitpunkt noch gar keinen Plan hatte, was wir eigentlich unseren acht lieben aber hungrigen Mäulchen an Heiligabend servieren sollen. Die Zeit davor war sehr stressig und so blieb uns leider keine Zeit ein Menü aufzustellen. Glücklicherweise bin ich bei Vorspeisen und Desserts sehr kreativ und einfallsreich, sodass beides relativ schnell feststand. Da wir aber mittlerweile bei drei Tagen vor Heiligabend ankamen, war mit Bestellungen beim Metzger etc. nichts mehr. Ok, Plan B musste her: Auf in den Supermarkt des Vertrauens. Hmm, ja, hört sich zunächst mal vernünftig an, aaaaaaaber, so kurz vor dem großen Fest der Liebe war das alles andere als vernünftig. Nun gut, wer spät dran ist, muss halt leiden und sich nächstes Jahr besser auf das „Plötzlich-kommende-Weihnachtsfest“ vorbereiten. Zu meinem Glück habe ich durch viel Gerenne von A nach B doch noch alles bekommen und so konnte es an die Vorbereitung der Vorspeise gehen. Das Gute an dieser Vorspeise ist, dass man sie schon 2-3 Tage vorher zubereiten und anschließend im Kühlschrank parken kann.

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Es geht loooooos 🙂 Die heißersehnte und -erwartete Vorspeise unseres Weihnachtsmenüs wäre servierbereit! Setzt euch alle an den Tisch und lasst sie euch schmecken.

Zutaten für eine Terrine-Form
150 g dünn aufgeschnittenen weißen Speck
8 große Mangoldblätter
2 Stück Kaninchenrücken
50 g Entenleberpastete
8 Pfeffer- und Pimentkörner
2 Rosmarinzweige
2 Thymianzweige
50 g Mehl
etwas Wasser
Salz und Pfeffer aus der Mühle

Geflügelfarce
350 g Hähnchenbrust
250 ml Sahne
Salz und weißer Pfeffer aus der Mühle

außerdem noch eine Terrinenform

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Zubereitung
Am besten zunächst die Geflügelfarce zubereiten. Hähnchenbrust in feine Würfel schneiden und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Fleisch und die Sahne getrennt für ca. 1/2 Stunde ins Tiefkühlfach legen. Beides soll im leicht angefrorenen Zustand weiterverarbeitet werden. Zuerst das Fleisch im Blitzhacker eine Minute mixen, dann die Sahne nach und nach hinzugeben und zu einer glätzenden Farce mixen. Mit Salz und Pfeffer nachwürzen und bis zur Weiterverwendung kalt stellen.

Terrinenform großzügig mit Speck auslegen, sodass die Scheiben an jeder Seite der Form bis etwa zur Hälfte überhängen (damit wird die Terrine verschlossen). Mangoldblätter in siedendem Salzwasser kurz blanchieren, in Eiswasser abschrecken und auf ein Küchentuch ausgebreitet legen, damit sie abtropfen können. Kaninchenfleisch vom Rücken lösen und 3 der Filets (insgesamt solltet ihr 4 Filets haben) vorsichtig der Länge nach aufschneiden und rundum mit Salz und Pfeffer würzen. Entenleberpastete in schmale Streifen von ca. 6 mm schneiden und in die drei Kaninchenfilets wickeln, sodass die Pastete den „Kern“ der Terrine ergibt. Das restliche Filetstück der Länge nach in schmale Streifen schneiden und beiseite legen.

Mangoldblätter in der Länge der Terrinenform auslegen (ruhig etwas überlappen lassen) und vorsichtig mit der Geflügelfarce bestreichen. Die gefüllten Kaninchenrückenfilets darauf legen und fest in die Mangoldblätter einrollen. Mit etwa einem Drittel der restlichen Geflügelfarce den Speckboden  der Terrinenform bestreichen. Die Mangoldrolle in die Mitte legen. Die rechte und linke Längstseite mit den aufgeschnittenen Streifen vom Kaninchenrücken belegen, salzen und pfeffern und mit der Geflügelfarce auffüllen. Die restlichen ebenfalls gewürzten Streifen im oberen Drittel der Terrinenform der Länge nach rechts und links verteilen und mit der restlichen Geflügelfarce bedecken. Mit den überhängenden Speckscheiben gut verschließen. Pfeffer- und Pimentkörner, Rosmarin- und Thymianzweige darüber verteilen. Mehl mit etwa 5 EL Wasser zu einem dickflüssigen Brei verrühren. Terrine mit dem Teig verschließen.

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In die Fettpfanne des Backofens oder in eine andere höhere Form heißes Wasser einfüllen und die Terrine hineinstellen (die Terrinenform sollte in etwa zu 1/3 im Wasser stehen). Bei 160°C Umluft ca. 30 Minuten garen. Vorsichtig herausnehmen und an einem kühlen Ort erkalten lassen. Teigdeckel (da sollten jetzt die Kräuterzweige und die Gewürze drin hängen) vorsichtig entfernen. Vor dem Anschneiden mindestens einen Tag im Kühlschrank durchziehen lassen, am besten sind 2-3 Tage.

Das ist natürlich schon viel Arbeit, aber das Beste daran: Es schmeckt unheimlich gut und man hat an dem Tag des Essens keinen Stress und kann sich seinen Gästen widmen.

Das gab’s – Das Weihnachtsmenü 2013

Jaaaaaa, ich weiß, einige oder vermutlich sogar viele von euch werden jetzt sagen: „Warum in Himmels Namen will sie uns JETZT, im JANUAR, ihr Weihnachtsmenü zeigen?“ Tja, und ihr habt ja sooo recht, das ist natürlich ultra-mega-spät, aber früher habe ich es leider nicht geschafft. Schande über mein Haupt! Durch den Umzug und die damit verbundenen Termine, Dauer-Packsessions und dann natürlich wieder ewige Auspack-Sessions, Ikea- und Bauhaus-Leerkäufe etc. habe ich einfach kaum Zeit gehabt das tolle Weihnachtsmenü 2013 zu verbloggen. So langsam kehrt aber etwas Ruhe ein und da wollte ich dieses großartige Weihnachtsessen nicht einfach so in der Versenkung verschwinden lassen, sondern es mit euch teilen und vielleicht gibt es ja den ein oder anderen von euch, der ständig auf der Suche nach Menü-Vorschlägen ist. Außerdem lassen sich alle Gänge auch jetzt noch recht gut kochen.

Und nur so nebenbei: in „nur“ 337 Tagen ist Heiligabend und man braucht wieder ein Weihnachtsessen 😀

Hier bekommt ihr zunächst einmal eine kleine Übersicht, was es überhaupt gab und jeden Tag (ich hoffe, ich schaffe es) gibt es einen Gang des Weihnachtsmenüs 2013.

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Zum Auftakt gab es eine Kaninchen-Geflügel-Terrine, als Zwischengang einen Cappuccino von der Marone mit einer Black-Tiger Garnele, als Hauptgang eine gefüllte Lammkeule an Rotkohl und Kartoffelroulade und der krönende Abschluss bestand aus einem Topfenknödel auf einem Beerenspiegel und einem Parfait aus gebrannten Mandeln.

Liest sich super? Ich muss euch gestehen, es war auch lecker 😉

Heute Abend noch bekommt ihr das Rezept für die Kaninchen-Geflügel-Terrine. Ihr dürft gespannt sein.

Zweierlei von Roter Bete, Kartoffel und Matjes

Am Wochenende gehört die Küche mir! Guuut, während der Woche natürlich auch, aber am Wochenende habe ich dann so richtig Zeit – und die nehme ich mir – mehr Energie in tolle Gerichte zu investieren. Da stehe ich auch ganz gerne mal 5 Stunden in unserer kleinen Küche und werkel vor mich hin. Dieses Wochenende habe ich meinen liebsten Mr. P mit einem 3-Gänge Menü verwöhnt. Mr. P ist zwar der Meinung, dass meine Kochkünste seiner Figur schaden, das stimmt aber natürlich gar nicht! Er sieht super aus und sprichwörtlich geht ja Liebe durch den Magen 🙂

Los ging es mit einem Zweierlei von Roter Bete, Kartoffel und Matjes. Ja, ich weiß, Matjes muss man mögen – ich mag es sehr – Mr. P ist bekanntlich kein Fischfreund, aber in dieser Kombi war’s super lecker! Probiert es doch auch mal aus.

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Zutaten für 2 Personen
2 mittelgroße Rote Bete Rüben
2 mittelgroße festkochende Kartoffeln
2 Matjesfilets (100 g)
etwas Mehl
2 handvoll junge Salatblätter
etwas Petersilie
Balsamico (dunkel)
Olivenöl
Basilikum-Senfkorn-Öl
Himbeeressig
etwas Honig
etwas Kresse
Salz
Pfeffer

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Zubereitung
Einen Topf mit Wasser und etwas Salz aufstellen. Kartoffeln hineinlegen und weich kochen. Rote Bete ebenfalls weich kochen, oder alternativ vorgegarte Rote Bete nehmen. Beides nach dem Kochen abkühlen lassen und pellen. In etwa 5 mm dicke Scheiben schneiden und mit einer Form nach eurem Belieben ausstechen. Beiseite stellen. „Abschnitte“ klein schneiden. Aus den Matjesfilets zwei Stücke portionieren (sollten in etwa die gleiche Größe wie die Kartoffel und Rote Bete haben). Den Rest ebenfalls klein schneiden und zur Kartoffel-Rote Bete-Mischung geben. Petersilie fein hacken und dazu geben. Mit Salz, Pfeffer, Olivenöl und Basilikum würzen.

Die Rote Bete und Kartoffel-Scheiben mit Salz und etwas Pfeffer würzen. Matjesfilets in etwas Mehl wenden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Matjesfilets von beiden Seiten 5 Sekunden anbraten.

Für die Vinaigrette je einen 1/2 EL Olivenöl, Basilikum-Senfkorn-Öl und Himbeeressig mit 1/2 TL Honig, Salz und Pfeffer glatt rühren.

Salatblätter waschen und trocken schleudern.  Auf zwei Teller verteilen und mit der Vinaigrette beträufeln. Für die Türmchen abwechselnd Rote Bete und Kartoffelscheiben aufeinander legen. Mit Matjesfilet abschließen und mit Kresse garnieren.

Den Kartoffel-Rote Bete-Matjessalat ebenfalls auf die Teller geben und mit Petersilienblättchen garnieren.

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Einen Tipp zum Schluss: Die Türmchen erst kurz vor dem Servieren zusammenbauen, da sonst die Rote Bete die Kartoffel rot verfärbt und der sensationelle Effekt dahin ist 🙂

Hauptgang und Dessert kommen in den nächsten Tagen 🙂 Da dürft ihr gespannt drauf sein – es war köstlich!

Riesengarnelen mit Gemüse-Tatar und Tomaten-Vinaigrette

In letzter Zeit war es etwas ruhiger auf meinem Blog, was aber nicht bedeutet, dass nicht gekocht wurde. Letztes Wochenende gab es für unsere Familien ein 4-Gänge Menü – und das war gaaanz schön viel Arbeit für 9 Personen 4 Gänge aufzutischen, das kann ich euch sagen. Aber das Gute daran ist ja, dass es mir Spaß macht, liebe Menschen zu bekochen 🙂 Und nach dem großen Dinner haben Mr. P und ich uns erst einmal ein paar ruhige Tage im schönen Schwarzwald gegönnt und für uns kochen lassen. Das war auch ganz großartig, mal nichts zu tun und sich verwöhnen zu lassen.

Nun ist aber der Kurzurlaub vorbei und heute möchte ich euch die Vorspeise des 4-Gänge Menüs vom letzten Wochenende vorstellen. Das Rezept stammt von Cornelia Poletto und ich habe es leicht abgewandelt. Da man doch eher selten für 9 Personen kochen muss, gebe ich euch die Mengen für 4 Personen an 🙂

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Zutaten für 4 Personen

für die Tomaten-Vinaigrette
2 reife Tomaten
1 Schalotte
5 Basilikumblätter
2 Thymianzweige
Fleur de Sel
Pfeffer
1 TL Aceto Balsamico bianco
3 EL Olivenöl

für das Gemüse-Tatar
1/2 Aubergine
1 kleine Zucchini
1/2 gelbe Paprika
1/2 rote Paprika
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
3 EL schwarze Oliven
2 Tomaten
abgeriebene Schale von 1/2 Bio-Limette

8 Riesengarnelen
1/2 Knoblauchzehe
etwas ausgepressten Zitronensaft
8 Kirschtomaten
1 EL Aceto Balsamico bianco
Olivenöl
Dill
Salz
Pfeffer

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Zubereitung

für die Vinaigrette
Tomaten über Kreuz einritzen, überbrühen, kalt abschrecken, häuten, vierteln und entkernen. Fruchtfleisch in grobe Stücke schneiden. Schalotte abziehen und fein würfeln. Basilikum und Thymian klein hacken. Tomaten, Schalotte, Kräuter, Fleur de Sel, Pfeffer, Öl und Balsamico verrühren und 1 Stunde durchziehen lassen. Im Anschluss durch ein Sieb streichen und bei Bedarf mit Fleur de Sel und Pfeffer abschmecken. Beiseitestellen.

für das Gemüse-Tatar
Schalotte und Knoblauch abziehen und fein schneiden. Tomaten über Kreuz einschneiden, heiß überbrühen, kalt abschrecken, häuten, vierteln, entkernen und fein würfeln. Aubergine, Zucchini, rote und gelbe Paprika waschen, putzen und in kleine Würfel schneiden. Oliven ebenfalls fein hacken. Öl in einer Pfanne erhitzen. Knoblauch und Schalotte kurz darin andünsten. Auberginenwürfel hineingeben und 3 Minuten mitbraten. Dann das restliche Gemüse dazugeben und 3 weitere Minuten weiterbraten. Tomatenwürfel und Oliven hinzugeben. Mit Salz, Pfeffer und abgeriebener Limettenschale würzen. Vom Herd ziehen.

Kirschtomaten überbrühen, kalt abschrecken, häuten und halbieren. Mit 1 EL Aceto Balsamico und etwas Salz marinieren.

Die Riesengarnelen waschen, halbieren und den Darm entfernen. Knoblauchzehe fein würfeln. Den Saft einer halben Zitrone auspressen. Öl in einer Pfanne erhitzen. Garnelenhälften mit dem Knoblauch darin auf beiden Seiten anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

Gemüse-Tatar mit Hilfe eines Metallrings auf Tellern anrichten. Mit je 4 Garnelen- und Kirschtomatenhälften belegen und mit der Tomaten-Vinaigrette beträufeln. Mit Dill garnieren.

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Alle unsere Gäste fanden die Vorspeise lecker, auch Mr. P und mir hat es super geschmeckt. Wir haben beide beschlossen, dass es das noch öfter geben wird.

Ich hoffe, dass es euch genau so gut schmeckt wie uns 🙂

Basilikum-Ingwer-Sorbet mit Tomatensalat auf Büffelmozzarella

Vor einigen Tagen hatte ich einen Einfall, der zunächst „langweilig“ in meinem Kopf klangt, aber nach und nach, hatte ich diesen ausgebaut. Als erstes war der Gedanke ein Basilikum-Sorbet zu machen. Während ich darüber nachdachte, was ich dazu reichen könnte, kamen mir immer mehr Ideen und nach kurzer Zeit, war die Idee des Basilikum-Ingwer-Sorbet mit Tomatensalat auf Büffelmozzarella geboren. Ich hatte ein genaues Bild, wie das auf dem Teller aussehen sollte. Aber jeder Hobbykoch weiß, wie die Realität der Vorstellung einen Strich durch die Rechnung ziehen kann. Ich war dennoch motiviert. Und das kam dabei raus.

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Zutaten für 2 Personen
150 ml Wasser
80 g Zucker
2 cm frischer Ingwer

1 Töpfchen Basilikum
2 TL Saft einer Limette

1 Kugel Büffelmozzarella
1 aromatische Tomate
Olivenöl
etwas Balsamico
ein paar Basilikumblätter
Salz
Pfeffer

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Zubereitung
Ingwer schälen und grob würfeln. Wasser mit Zucker und Ingwer aufkochen und 8 Minuten köcheln lassen, bis sich der Zucker gelöst hat. Den Sirup komplett abkühlen lassen (den Ingwer aber drin lassen).

Basilikumblättchen abzupfen, waschen und trockenschleudern. Die Limette auspressen. Basilikumblätter und den Limettensaft zum Sirup geben und alles fein mit einem Stabmixer oder in einem Standmixer pürieren. Die Masse in eine Eismaschine geben und ca. 20 Minuten zum Sorbet verarbeiten.

Büffelmozzarella abtropfen lassen und in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Tomate vierteln, entkernen und in Würfel schneiden. Mit Olivenöl, Balsamico, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Mozzarellascheiben auf den Teller legen und den Tomatensalat darauf verteilen. Basilikumblättchen hacken und über den Tomatensalat geben. Basilikum-Ingwer-Sorbet in Gläschen füllen und dazu reichen.

Dieses Gericht lässt sich relativ gut vorbereiten und eignet sich hervorragend als Vorspeise im Sommer. Es war super lecker und durch das Sorbet sehr erfrischend.

Und weil ich mich nicht für ein Bild entscheiden konnte, kommt jetzt noch eine kleine Bilderreihe 🙂

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Außerdem wird dieses Gericht als meine zweite Einreichung bei Zorra’s Blogevent antreten und mit viel Glück schaffe ich es vielleicht ins Kochbuch „Smart Speed Kitchen“. Darüber freuen würde ich mich ja wahnsinnig 🙂 Happy Birthday, liebe Zorra!!

9 jahre kochtopf Blog-Event - Smart Speed Kitchen (Einsendeschluss 15.9.2013)